Übergewicht und Fettleibigkeit bei Hunden sind weit verbreitete Probleme, die das Wohlbefinden und die Lebenserwartung unserer Vierbeiner stark beeinträchtigen können. Um gesundheitliche Risiken zu minimieren, ist es entscheidend, den körperlichen Zustand des Tieres regelmäßig zu überprüfen und bei ersten Anzeichen gezielt gegenzusteuern.
Wie erkennt man Übergewicht beim Hund?
Allein das auf der Waage angezeigte Gewicht reicht oft nicht aus, um festzustellen, ob ein Tier im Idealbereich liegt. Zwei Hunde mit demselben Körpergewicht können je nach Rasse, Knochenbau und Muskelmasse eine völlig unterschiedliche Statur aufweisen.
Typische Anzeichen dafür, dass ein Hund Übergewicht hat, sind:
- Rippen kaum spürbar: Die Rippen lassen sich unter einer spürbaren Fettschicht nicht mehr leicht ertasten.
- Fehlende Taille: Aus der Vogelperspektive ist keine klare Einbuchtung zwischen Brustkorb und Hüfte sichtbar.
- Abgerundete Bauchlinie: Von der Seite betrachtet hängt die Bauchlinie durch, statt nach oben hin sanft anzusteigen.
- Fettdepots: Deutliche Fettpolster an Brust, Bauch oder am Rutenansatz.
- Trägheit und Bewegungsmangel: Der Hund zeigt wenig Freude an Bewegung, ermüdet bei Spaziergängen auffallend schnell oder tut sich beim Aufstehen schwer.
Wichtiger Hinweis: Treten Atemnot, übermäßiges Hecheln nach geringer Anstrengung oder Probleme beim Treppensteigen auf, sollte zeitnah eine tiermedizinische Praxis aufgesucht werden.
Diagnose von Hunde-Adipositas via WSAVA-Score
Zur präzisen Diagnose von Hunde-Adipositas nutzen Tierärzte den Body Condition Score (BCS) der WSAVA. Auf dieser 9-Punkte-Skala gelten die Werte 4 und 5 als Idealzustand. Liegt der Wert bei 6 oder 7, spricht man von leichtem bis mäßigem Übergewicht beim Hund; ab Stufe 8 und 9 liegt eine behandlungsbedürftige Fettleibigkeit (Adipositas) vor.

Ursachen für Übergewicht und Fettleibigkeit bei Hunden
Dass ein Hund zunimmt, liegt meist an einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
- Ungeeignete Ernährung: Eine Ernährung mit einem ungünstigen Energiegehalt kann eine Gewichtszunahme begünstigen. Deshalb ist es wichtig, auf die Zusammensetzung, den Energiegehalt und die individuellen Bedürfnisse deines Hundes zu achten.
- Zu große Portionen: Schon kleine Mengen oberhalb des täglichen Kalorienbedarfs führen langfristig zu kontinuierlicher Gewichtszunahme.
- Zu viele Leckerlis & Snacks: Belohnungen enthalten oft viele Kalorien und Fett. Außerdem sollten sie maximal 10 % der täglichen Gesamtkalorien ausmachen und in die Futterration eingerechnet werden.
- Mangelnde Bewegung: Zu kurze Spaziergänge und ein bewegungsarmer Alltag senken den täglichen Kalorienverbrauch deutlich.
- Alter: Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel und der Bewegungsdrang nimmt ab.
- Kastration: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Kastration und einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit.
- Genetische Veranlagung: Manche Rassen neigen von Natur aus schneller zu Übergewicht.
- Krankheiten und Medikamente: Stoffwechselstörungen (wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Morbus Cushing) sowie bestimmte Medikamente können die Gewichtszunahme beschleunigen.

Mögliche Folgen von Übergewicht bei Hunden
Übergewicht kann verschiedene Aspekte der Gesundheit eines Hundes beeinträchtigen. Zu den möglichen Folgen gehören:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Atembeschwerden.
- Stoffwechselstörungen wie Diabetes.
- Bluthochdruck.
- Gelenk- und Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Arthritis, Arthrose oder Schäden an den Bandscheiben.
- Hormonelle Störungen.
- Erhöhte Risiken bei Operationen und Narkosen.
Das Risiko und der Schweregrad hängen davon ab, wie stark das Übergewicht ausgeprägt ist und welche individuellen Merkmale der jeweilige Hund mitbringt. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu handeln, wenn dein Hund zunimmt, um zu verhindern, dass sich gesundheitliche Probleme verschlimmern.
Behandlung übergewichtiger Hunde: Was hilft wirklich?
Die erfolgreiche Behandlung übergewichtiger Hunde basiert darauf, Körperfett abzubauen, während die wertvolle Muskulatur vollständig erhalten bleibt. Dafür ist es wichtig, gemeinsam mit deinem Tierarzt ein Zielgewicht festzulegen und die Entwicklung regelmäßig zu kontrollieren. Ein radikaler Futterentzug ist gefährlich, da er zu schweren Mangelerscheinungen führen kann.
Für eine nachhaltige Gewichtskontrolle bei Hunden empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Die bisherige Ernährung und die Menge an Leckerlis überprüfen.
- Die Ernährung an die individuellen Bedürfnisse deines Hundes und das angestrebte Gewicht anpassen.
- Auf eine vollständige und ausgewogene Ernährung achten.
- Die körperliche Aktivität schrittweise steigern.
Dabei ist es besonders wichtig, dass die Gewichtsabnahme langsam und schrittweise erfolgt. Zu drastische Veränderungen können der Gesundheit deines Hundes schaden, da er möglicherweise nicht mehr alle benötigten Nährstoffe erhält.
Das ideale Futter für übergewichtige Hunde
Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Gewichtskontrolle. Es geht nicht einfach darum, die Futtermenge zu reduzieren, sondern darum, die Energiezufuhr zu kontrollieren und gleichzeitig alle notwendigen Nährstoffe bereitzustellen, damit deine Fellnase gesund und fit bleibt.
Eine geeignete Ernährung sollte auf deinen Hund abgestimmt und ausgewogen sein. Außerdem solltest du die Menge an Snacks, Leckerlis und anderen Lebensmitteln im Blick behalten, die du ihm über den Tag hinweg gibst, da auch sie zu einer zu hohen Energiezufuhr beitragen können.
Gekochtes natürliches Futter ist eine gute Möglichkeit, deine Fellnase mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Bei Dogfy sind die Portionen bereits vorbereitet und speziell auf die Bedürfnisse, die Größe und das Alter deines Hundes abgestimmt. So lässt sich die Futtermenge leichter kontrollieren, ohne dass du selbst einen Ernährungsplan erstellen musst.
Hunderassen mit einer höheren Neigung zu Übergewicht
Die genetische Veranlagung kann beeinflussen, wie leicht ein Hund an Gewicht zunimmt. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund dieser Rassen zwangsläufig Übergewicht entwickelt. Auch die Ernährung, die körperliche Aktivität, das Alter und der Kastrationsstatus spielen eine wichtige Rolle.
Zu den Hunderassen mit einer höheren Neigung zu Übergewicht zählen unter anderem Labrador Retriever, Beagle, Golden Retriever und Cocker Spaniel. Einige Studien zeigen auch eine höhere Häufigkeit bei Möpsen und English Springer Spaniels.
Bei diesen Hunden ist es daher besonders wichtig, ihre Körperkondition regelmäßig zu überprüfen und eine Gewichtszunahme frühzeitig zu erkennen.
Übergewicht bei Hunden vorbeugen
Die wichtigsten Grundlagen, um das Gewicht deines Hundes im gesunden Bereich zu halten, sind eine ausgewogene Ernährung, die Kontrolle von Leckerlis und ausreichend Bewegung.
Wenn dein Hund kontinuierlich oder plötzlich zunimmt, solltest du dich an deinen Tierarzt wenden. Gemeinsam könnt ihr mögliche Ursachen abklären und entscheiden, ob die Ernährung oder das Aktivitätsniveau angepasst werden sollte.
